15. Oktober 2015

Schulassistenten: Kieler Modelle für Kieler Schulen

Dr. Susanna Swoboda, SSW-Ratsfrau und migrationspolititsche Sprecherin der Fraktion im Kieler Rat
Dr. Susanna Swoboda

In der Diskussion um einen Oppositionsantrag zur Poolbildung integrativer Hilfen in Schulen vertritt SSW-Ratsfrau Dr. Susanna Swoboda den Standpunkt der Rathauskooperation aus SSW, SPD und Grünen: Kieler Schulen brauchen Kieler Modelle für ihre Schulassistenten. Der Forderung der Opposition nach der Übernahme eines Lübecker Poolmodells, das selbst in der Hansestadt an der Trave sehr kritisch gesehen wird, erteilt sie eine klare Absage.

Ihre Rede im Rat:

Die Poollösung nach dem Lübecker Modell bietet sicherlich einen Mehrwert für die Mitarbeiter der Träger, unbestritten.

Aber wie groß sind die Vorteile des Modells für Kinder und Eltern? Hier sehen selbst die Lübecker nach 2 Jahren Modellversuch einen Nachbesserungsbedarf.

Für uns steht im Vordergrund, dass es bei einer Umstrukturierung keine Verlierer gibt. Wir haben ein gutes System in Kiel. Klar ist, eine Bündelung der Ressourcen Schulbegleitung und Assistenz ist sinnvoll und kann das System der inklusiven Beschulung voranbringen. Aber Kiel braucht ein Kieler Modell, in Absprache mit Kieler Akteuren. Dafür ist es u.a. dringend notwendig, genau abzugrenzen, welche Leistungen durch die Schulbegleitungen nach dem SGB VIII und dem SGB XII erbracht werden und welche von der neuen Schulassistenz. Letztere hat im Rahmen des pädagogischen Auftrags der Schule Unterstützung zu leisten, die Schulen haben hierbei einen Gestaltungsfreiraum. Fest steht lediglich, die Schulassistenten sollen in den Grundschulen eingesetzt werden, die wie kaum eine andere Schulform sehr heterogene Schülerinnen und Schüler beschulen. Sie sollen präventiv wirken, pädagogisch arbeiten und auch den Übergang Kita-Schule unterstützen.

Da die Schulassistenten in Kiel erst nach den Herbstferien anfangen, haben wir noch keine Erfahrungswerte. Der jetzige Zeitpunkt ist für eine Umstrukturierung also denkbar ungünstig.

Von den freien Trägern in Kiel, die Malteser z.B. arbeiten in Lübeck nach dem Lübecker Modell und in Kiel nach der herkömmlichen Weise, werden zwar Vor- aber auch deutliche Nachteile gesehen. So wird zum Teil infrage gestellt, ob es trotz der hohen Kosten zu einem Mehrwert für die Kinder mit Beeinträchtigungen kommt. Denn das Lübecker Modell ist nicht umsonst, im Gegenteil: Die Kosten belaufen sich auf mehr als 2 Millionen zusätzlich für die Stadt.
Daher lehnen wir den Antrag ab!

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