28. März 2018

Post-Versorgung ist Grundversorgung – Bürgerinitiative macht weiter

Marcel Schmidt, Vorsitzender SSW-Ratsfraktion Kiel

Anlässlich der geplanten Schließung der Filiale von Deutscher Postbank AG und Deutscher Post DHL Group in der Wrangelstraße ist eine Diskussion entbrannt, ob Post-Dienstleistungen in Kiel noch in ausreichendem Maße angeboten werden. Die SSW-Ratsfraktion und die SPD-Ratsfraktion stellen daher zur nächsten Ratsversammlung einen Antrag, um einen Erhalt von Post-Dienstleistungen einzufordern. Hierzu erklären der Fraktionsvorsitzende der SSW-Ratsfraktion, Marcel Schmidt und der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion, Benjamin Raschke:

 „In den letzten Jahren beobachten wir einen Rückzug von Postdienstleistungen aus der Fläche – immer mehr Filialen werden geschlossen oder ziehen in kleinere Standorte um. Gleichzeitig boomt das Paket-Geschäft wegen des wachsenden Online-Handels und der größte Dienstleister, die Deutsche Post DHL Group, verzeichnet Rekordumsatz nach Rekordumsatz.

Wir wollen daher erstens deutlich machen, dass wir als Kommune Wert legen auf eine umfassende Versorgung. Dem Oberbürgermeister soll in Verhandlungen mit der Deutschen Postbank AG und der Deutschen Post DHL Group der Rücken gestärkt werden, sich für einen Erhalt des Angebots mindestens auf dem jetzigen Niveau einzusetzen.

Es soll auch geprüft werden, ob die Vorgaben für das Vorhalten von Post-Dienstleistungen eingehalten werden – insbesondere, ob sie auch barrierefrei zugänglich sind.

Insgesamt sollen die formalen Kriterien für Post-Universaldienstleistungen auf den Prüfstand – hierzu ist eine bundesweite Diskussion notwendig. Denn in mehreren Gemeinden und Städten wird ein Rückzug der Post kritisiert.“

Der örtliche Ratsherr Benjamin Raschke erklärt ferner: „Gemeinsam mit den Nachbarinnen und Nachbarn in der Bürgerinitiative wollen wir den Protest gegen die Schließung der Filiale in der Wrangelstraße fortsetzen. Die vorgeschlagene Lösung in einem kleinen Geschäft in der Holtenauer Straße ist aus mehreren Gründen ungeeignet: Der Standort verfügt nicht über ausreichend räumliche Kapazitäten. Die neue Partner-Filiale wäre nicht barrierefrei zugänglich. Und der Standort wäre zu weit entfernt von der alten Filiale.

Für die vielen älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie mobilitätseingeschränkte Menschen ist die Filiale in der Wrangelstraße unerlässlich. Auch für Familien oder Studierende, die z.B. wegen Online-Bestellungen auf eine Filiale vor Ort angewiesen sind, ist die Filiale in der Wrangelstraße wichtig. Und nicht zuletzt profitieren auch die kleinen, inhabergeführten Geschäfte in der Nachbarschaft sehr davon, dass sie Warensendungen in der Wrangelstraße abgeben können.

Im Stadtteil haben wir in kurzer Zeit weit über 1000 Unterschriften für den Erhalt der Postfiliale in der Wrangelstraße gesammelt. Diese wollen wir im April an eine Vertreterin der Deutschen Post übergeben. Wir werden den Protest kreativ und engagiert fortsetzen und hoffen darauf, dass die Verantwortlichen von Postbank und Deutscher Post auf ihre Kundinnen und Kunden hören.“

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