3. Februar 2017

Friedrichsort: SPD und SSW holen die Festung aus dem Dornröschenschlaf

Marcel Schmidt, Fraktionsvorsitzender der SSW-Ratsfraktion Kiel

Die Festung Friedrichsort bekommt eine Zukunft. Das machte nun auch ein von der Kooperation erwirktes Gutachten zu den Chancen der dänischen Anlage klar. Für Marcel Schmidt, Fraktionsvorsitzender des SSW im Kieler Rat, und André Wilkens, baupolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion, ein Grund, die Ärmel noch ein Stück höher zu krempeln:

„Unsere Bemühungen um die Entwicklung der Festung Friedrichsort beginnen endlich Früchte zu tragen. Mit der gestrigen Vorstellung des von uns in seiner Zielrichtung maßgeblich geprägten Gutachtens zur Aufdeckung der Entwicklungspotenziale Deutschlands einziger und aus dänischer Zeit stammenden Seefestung und des umliegenden Industriegebietes,

hat das Stadtplanungsbüro „Stern“ jetzt einen ersten Aufschlag gemacht, auf dem wir in Zukunft gut aufbauen können. Die Festung Friedrichsort zu entwickeln, zu erschließen, und für die Kielerinnen und Kieler erlebbar zu machen, ist eine anspruchsvolle Aufgabe, der wir uns gerne stellen.

Dabei ist es unerlässlich, gleichermaßen den einmaligen historischen Wert der Anlage an der ehemaligen dänischen Außengrenze sowie auch deren wirtschaftlich bedeutende Einbindung in das Industriegebiet Friedrichsort zu berücksichtigen. Um das beste aller möglichen Entwicklungsszenarien zu finden, gilt es, den richtigen Mix aus kultureller, industrieller und nicht zuletzt auch touristischer Nutzung des Geländes festzulegen, damit der Kieler Norden und die gesamte Landeshauptstadt das Bestmögliche aus diesem ungeschliffenen Diamanten herausholen können.“

Hintergrund: Die Festung Friedrichsort wurde 1632 als „Christianspris“ von König Christian IV. als Teil der Außensicherung des Königreichs Dänemark gebaut, das damals bis nach Altona und an Lauenburg reichte. Sie ist ein Zwilling der Kopenhagener Stadtfestung „Kastellet“. Nach dem dänisch-deutschen Krieg fiel sie 1864 an Preußen und nach dem 2. Weltkrieg an die Bundesrepublik, die einen Teil der Festung bis 2000 nutzte. Die nicht militärisch genutzten Teile der Festung werden industriell genutzt.

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