Kulturpolitische Leitlinien Kiel: Vorstoß von SSW und SPD großer Erfolg für dänische Minderheit der Landeshauptstadt

Marcel Schmidt, Vorsitzender SSW-Ratsfraktion Kiel

Der Kulturausschuss hat in seiner gestrigen Sitzung über neue Leitlinien für die kommunale Kulturförderung beraten. Den Startschuss für die Neufassung hatten SPD und SSW gegeben und zusammen mit Die Linke einen neuen Entwurf vorgelegt, der gerade für die dänische Minderheit einen großen Erfolg bedeutet. Die kulturpolitische Sprecherin Ingrid Lietzow (SPD) und der Fraktionsvorsitzende und kulturpolitische Sprecher der Kieler SSW-Ratsfraktion, Marcel Schmidt, betonen, welche Bedeutung die aktuellen Leitlinien kommunaler Kulturförderung haben:

„Kulturpolitische Leitlinien müssen aktuell sein. Diesem Anspruch entsprechen die bestehenden Leitlinien nicht mehr und damit bestand dringender Verbesserungsbedarf. Die Kieler Kulturszene hat einen Anspruch darauf.

Die im Jahr 2013 von der Ratsversammlung beschlossenen Leitlinien der kommunalen Kulturförderung sehen selbst eine Fortschreibung nach drei Jahren vor. Deshalb war es an der Zeit, eine Aktualisierung der kulturpolitischen Leitlinien zu beraten.

Der von uns vor einem Jahr eingebrachte Entwurf der Leitlinien wurde mit der Kieler Kulturszene intensiv diskutiert und in mehreren Diskussionsrunden auch vom Kulturausschuss immer wieder ergänzt und überarbeitet. Auch die Beschlüsse der Ratsversammlung zum Haushalt 2018 erfordern aus unserer Sicht noch kleine Ergänzungen des Textes, die wir in die heutige Beratung einbringen werden.

Wir bedanken uns für die umfassende Debatte mit vielen Akteurinnen und Akteuren in Kultur, Politik und Gesellschaft darüber, was die neuen Leitlinien enthalten sollen. Als Oberzentrum kommt der Landeshauptstadt Kiel kulturpolitisch eine besondere Bedeutung zu. Mit der Neufassung der Leitlinien werden wir dieser Verantwortung gerecht. Wir werden daher gern zustimmen.“


Darüber hinaus erklären Schmidt und SSW-Ratsfrau Dr. Susanna Swoboda, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion: Einen besonderen Erfolg bedeuten die kulturpolitischen Leitlinien für die dänische Minderheit in der Landeshauptstadt. Ihre Kulturinstitutionen und ihr kulturelles Erbe werden erstmals in der Geschichte Kiels zu einem festen Bestandteil der städtischen Kulturpolitik.

So wird der Bogbus, der Kieler Nutzer mit einem umfassenden Programm dänischsprachiger Medien versorgt, zu einem Teil der Kieler Büchereilandschaft. Die dänische Festung Friedrichsort, einzige Seefestung auf deutschem Boden, soll ihrer besonderen Bedeutung wegen angemessen auf- und ausgebaut werden. Und die KulturSpuren Dänemark, die viele verschiedene Zeugnisse dänischen Lebens in Kiel miteinander verbinden, werden weiterentwickelt.

Gemeinsam mit einer anlässlich der jüngsten Ratsversammlung eingebrachten  geschäftlichen Mitteilung, in der Kiels Oberbürgermeister, Dr. Ulf Kämpfer, seine Unterstützung für die von der SSW-Landtagsfraktion angestoßenen Änderung des Landesverwaltungsgesetzes, die Dänisch auch in Kiel als Sprache im Behördenverkehr ermöglichen soll, signalisiert, ist so eine gute Basis gelegt, das kulturelle Leben der Stadt und ihre Entwicklung von Seiten der dänischen MInderheit zu unterstützen.

 

Nicht zuletzt mit dem Ersten Bericht zur Lage der Dänischen Minderheit und der Minderheit der Sinti und Roma in der Landeshauptstadt Kiel 2012 (Drs. 0640/2012) hat die Landeshauptstadt Kiel ihr Bekenntnis zu ihrer minderheitenpolitischen Verantwortung u.a. auch gegenüber der im Stadtgebiet Kiels beheimateten dänischen Minderheit dokumentiert. (Dr. Ulf Kämpfer, Geschäftliche Mitteilung 0007/2018)

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