Koalition macht Weg für offenes WLAN frei

Am Donnerstag vergangener Woche hat der Finanzausschuss des schleswig-holsteinischen Landtags beschlossen, dem Antrag, den der freifunk-Community den Zugang zu den Dächern der Landesgebäude zu erlauben. Damit wird der Zugang zum offenen und kostenlosen freifunk-Netz, das die privaten Daten seiner Nutzer besonders gut schützt, zukünftig deutlich einfacher. 

„Die Entscheidung ist ein wichtiger Schritt zu demokratischen Strukturen im Internet“, begrüßt der Kieler SSW-Ratsherr Sven Seele den Beschluss seiner Kollegen im Land. Obwohl immer mehr Dienste in den virtuellen Raum verlagert würden, sei der Netzzugang größtenteils in der Hand weniger Großunternehmen. „Hier schlägt der freifunk eine Bresche und entkoppelt die Teilhabe am digitalen Leben vom Zwang, eine Dienstleistung zu kaufen.“

In Kiel soll es besonders schnell gehen. Bereits jetzt bereitet sich die freifunk-Community darauf vor, eines der drei Pilotprojekte zu werden, die der Landesbeschluss vorsieht. „Außerdem wollen wir in Kiel beantragen, schnellstmöglich Dächer geeigneter Stadtgebäude für den freifunk zu öffnen“, so Seele. Schon in naher Zukunft sollen die Kieler so ihr freifunk-Netz stadtweit ausbauen können.

Auch für Flemming Meyer, SSW-Landtagsmitglied war es gerade die gesellschaftliche Komponente, die den Antrag so wichtig machte. „Für den SSW gehört ein Internetzugang zur Grundversorgung der Menschen. Private Initiativen wie das Mitmach-Netz freifunk ergänzen die bestehenden, kommerzielle Hotspot-Angebote und erweitern so die Netzabdeckung in Städten erheblich – unbürokratisch und ressourcenschonend. Das passt zu unserer Philosophie, da machen wir gern mit. Deshalb hat der SSW bereits im vergangenen Jahr in Flensburg 30 Freifunk-Router finanziert und dem Verein zur Verfügung gestellt.“

Im Landtag wurde der Antrag eingebracht von SSW, SPD, B90/Grüne, Piraten.

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