Kiel braucht eine Verkehrswende ohne soziale Reibungsverluste

Kiel braucht eine Verkehrswende ohne soziale Reibungsverluste

Die SSW-Ratsfraktion spricht sich für eine Verkehrswende in Kiel aus, die die Bedarfe und Anforderungen der KielerInnen an ihren ÖPNV in den Mittelpunkt stellt. Zu seinem in dieser Sache gestellten Ratsantrag „Bedarfsermittlung ÖPNV für eine sozial gestaltete Verkehrswende“ (Drs. 0265/2019) erklärt der SSW-Fraktionsvorsitzende Marcel Schmidt:

„Wir wollen die notwendige Verkehrswende an den Bedarfen der Mehrheit der KielerInnen orientieren. Bevor die Ratsversammlung Einschnitte für den Individualverkehr beschließt, müssen wir die Bedarfe und tatsächlichen Anforderungen an unseren öffentlichen Nahverkehr sehr genau kennen. Wir legen mit unserem Antrag das Augenmerk ausdrücklich auf die sozialen und demographischen Gesichtspunkte, unter denen ein Bedarf für ÖPNV-Verbindungen geprüft werden kann. Ortsbeiräte, Sozialverbände und Initiativen, aber auch die Arbeitgeber sind gefragt: Welche Linien brauchen wir und wann sollen sie fahren? Eine Auswertung von Fahrgastzahlen ist zwar immer noch notwendig, kann eine solche ganzheitliche Betrachtung jedoch nicht ersetzen. Deswegen kann die Bedarfsbestimmung von der KVG allein nicht geleistet werden.

Es ist dabei nicht unerheblich, ob jemand auf den ÖPNV angewiesen ist, oder ob der Umstieg optional ist, weil andere Verkehrsmittel (z. B. Fahrrad oder PKW) genutzt werden können. Der ÖPNV muss von Anfang an inklusiv gedacht werden, das gilt besonders bei der Bedarfsermittlung. Natürlich spielt auch das Einkommen bei der Nutzung des ÖPNV eine Rolle, da Fahrpreise bezahlbar sein müssen. Schließlich muss der ÖPNV für alle Generationen geeignet sein und der Bedarf in Hinblick auf alte Menschen, Berufstätige und SchülerInnen betrachtet werden. Deswegen beziehen wir in dem Antrag die Sozialverbände und Initiativen mit ein.

Marcel Schmidt – Vorsitzender der SSW-Ratsfraktion Kiel

Gerade in den Ortsbeiräten ist das Wissen darüber vorhanden, welche Verbindungen von den Menschen im Stadtteil benötigt werden und gewünscht sind, weshalb diese ebenfalls zwingend einzubinden sind. Wichtig ist es aber auch, die Arbeitgeber einzubeziehen, denn sie haben mit den Arbeitszeiten in ihren Betrieben einen wichtigen Einfluss auf den Bedarf. Der Dialog kann durchaus dazu führen, dass Betriebe ihre Arbeitszeiten anpassen, um ihren MitarbeiterInnen die Nutzung des ÖPNV zu ermöglichen und somit die Arbeitszufriedenheit zu erhöhen.

Bevor Kiel seine Stadtbahn bekommt, werden wir den bestehenden Busverkehr optimieren müssen. Es ist absehbar, dass nicht alle Bedarfe gleichzeitig abgedeckt werden können. Die SSW-Ratsfraktion stellt den Menschen in den Mittelpunkt und will sicherstellen, dass auch nach der Verkehrswende alle KielerInnen ihren Alltag in der Landeshauptstadt bestreiten können.“

sekretær

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