Newsletter - SSW byrådsgruppe Kiel - 23. Oktober 2019 

Kære venner,

die letzte Ratsversammlung dieser Wahlperiode tagt heute noch einmal in ihrer alten Zusammensetzung. Welche Themen wir darin heute bewegen, lest ihr wie gewohnt im Folgenden.

Gleichzeitig scharren wir bereits für die nächste Wahlzeit mit den Füßen: Der Kieler SSW hat seine zwei Mandate halten können und wird auch in den kommenden fünf Jahren mit dem eingespielten Team der SSW-Ratsfraktion in gleicher Besetzung weiter Politik machen: für die Minderheit, für die Mehrheit; Gemeinsam für Kiel.
Besucht uns gern montags in unseren Fraktionssitzungen (kl. 17.30 im Max-Planck-Zimmer, Raum 239 im Alten Rathaus, Anmeldung unter ssw-ratsfraktion@kiel.de) oder seid dabei, wenn wir als "Fraktion vor Ort" einen Stadtteil in eurer Nähe besuchen. Wir freuen uns auf weitere spannende fünf Jahre mit euch in der Kieler Kommunalpolitik!

Wir sagen Danke für die viele Unterstützung im Wahlkampf, für die Stimmen unserer Wähler, für das Vertrauen in unsere Arbeit und für die Glückwünsche zu unserer Wiederwahl!

Euer alter und neuer SSW-Fraktionsvorstand

Marcel og Susanna

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Holstein: Spitzensport ohne Fußballfrauen und Vorbilder ist nutzlos

Sport hat eine Vorbildfunktion. Das gilt einmal mehr für den Spitzensport. Dort, wo alle hinsehen, mitfiebern und ebenso jubeln wie leiden, entstehen Werte, die eine Gesellschaft mittragen. Wenn ein Fußball-Erstligakandidat sich seiner Fußballfrauen entledigt, geschieht jedoch das Gegenteil. Auch ein zukünftiges Heimspiel gegen den FC Bayern München erlaubt es nicht, gesellschaftliche Aufgaben wie die Gleichstellung von Mann und Frau hintan zu stellen.

Die SSW-Ratsfraktion stellt sich geschlossen hinter die Holstein Women. Fußball ist ein toller Sport – egal, ob Männer, Frauen oder Männer und Frauen gemeinsam auf dem Spielfeld um den Sieg kämpfen.

Nicht anders sieht es aus, wenn es darum geht, das Stadion von Holstein nach einem Aufstieg erstligatauglich zu machen. Natürlich sind wir mit an Bord, wenn es darum geht, die Bedingungen für den besten möglichen Fußball in Kiel zu schaffen. Aber auch hier ist gesellschaftliche Verantwortung gefragt. Wer von seinen Mitbürgern gefördert werden will, muss der Gemeinschaft etwas zurückgeben, was diese Förderung rechtfertigt. Daher soll das Holsteinstadion inklusiv gestaltet werden, damit alle Sportbegeisterten die Erfolge der KSV mitverfolgen können. Darüber hinaus fordern wir eine Bestandsgarantie für den Frauenfußball bei Holstein Kiel. Auch muss der Breitensport in einem Maße gefördert werden, das in einem angemessenen Verhältnis zu dem für den Spitzensport gezahlten Mitteln steht. Und weil es auch zu dieser Selbstverständlichkeit eines weiteren Antrages von SSW und Grünen bedarf, wird es Zeit, zum Ablauf der Pachtfrist, über einen Verkauf des Stadions nachzudenken.

„Der Sport wird gefördert, weil er eine Vorbildfunktion hat. Niemand könnte ein besseres Vorbild für die Gleichstellung von Frauen und Männern sein als der Fußball. Holstein Kiel muss sich daher zu seinen Fußballfrauen bekennen, will der Verein seine gesellschaftliche Funktion behalten. Sonst ist die KSV nicht mehr viel mehr als ein Wirtschaftsunternehmen. Und das täte sehr weh.“

- Marcel Schmidt und Dr. Susanna Swoboda, Fraktionsvorstand

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Masterplan Kita-Ausbau: Frühkindliche Bildung in Kiel auf einem guten Weg

Die Landeshaupstadt Kiel bietet ihren Familien eine bunte Kita-Landschaft. Dank der zahlreichen Träger, die Einrichtungen betreiben, gibt es bei uns Sprachkitas, Bewegungs-, Strand- und Waldkitas, um nur eine Auswahl unterschiedlicher Handlungsansätze zu nennen. Sie gewähren Betreuungsangebote nach den angemeldeten Bedarfen, nehmen dabei die Erziehungspartner und die Eltern ernst und ermöglichen Betreuungen für im Früh- oder im Spätdienst Beschäftigte.

Auch für die Kleinsten macht der Betreuungsstandort Kiel große Fortschritte: Für den Krippenausbau haben wir ein Betreuungsangebot von 50% bereits jetzt im Blick. Die Kita ist ein wichtiger Ort für frühkindliche Bildung und wir brauchen mehr pädagogische Fachkräfte, um noch mehr auf die Bedürfnisse der einzelnen Kinder eingehen zu können. In diesem Zusammenhang begrüßen wir die Ausweitung der FSJ-Plätze (Freiwilliges Soziales Jahr) auf die städtischen Kitas: Die Freiwilligen sind eine wertvolle Unterstützung im Kita-Alltag; andersherum ist ihre Beschäftigung für sie selbst eine wichtige Praxiserfahrung im pädagogischen Sektor.

Für die Zukunft wünscht sich die SSW-Ratsfraktion eine höhere Diversität unter den Mitarbeitern der Kieler Kitas. Wir brauchen mehr Männer in unseren Kitas als Rollen- und Identifikationsmodelle, mehr Menschen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen, mehr Menschen mit Behinderung: ein frühzeitiger Kontakt mit unseren gesellschaftlichen Realitäten wäre ein wichtiger Beitrag für die frühkindliche Bildung unserer Kieler Kitakinder.

„Immer mehr Kinder werden immer länger in Kindertagesstätten betreut. Dennoch überzeugen in Kiel Quantität und Qualität: Die Kieler Kitas sind Orte frühkindlicher Bildung und damit eine wichtige Säule unseres Kieler Bildungsstandortes.“

- Dr. Susanna Swoboda, stv. Fraktionsvorsitzende

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Sozial geförderter Wohnraum - auch bei großen Bauprojekten

In der heutigen Ratsversammlung diskutierten wir Möglichkeiten, wie die Stadt einen nachhaltigen Beitrag für den Bestand an bezahlbarem Wohnraum in Kiel leisten kann: Wir fordern die Verwaltung auf, bei allen größeren Wohnungsbauprojekten zu prüfen, ob eine Möglichkeit besteht, Gebäude von der Stadt erwerben zu lassen. Damit wollen wir z.B. die künftige städtische Wohnungsbaugesellschaft mit einem eigenen Wohnungsbestand bestücken.
In der Ratsversammlung haben wir unlängst beschlossen, bei Wohnungsbauprojekten mit städtischem Einfluss eine Quote von 30 Prozent an sozial gefördertem Wohnraum zu verwirklichen. Um dieses Ziel zu erreichen, deutlich mehr sozialen und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und den Wohnungsbau insgesamt zu beschleunigen, sind bei einzelnen Projekten fallspezifische Herangehensweisen nötig, wie eben der Erwerb einzelner Objekte durch die Landeshauptstadt selbst. Außerdem benötigt die zu gründende Wohnungsbaugesellschaft einen Grundstock eigenen Wohnungsbestandes, der durch diese Vorgehensweise geschaffen werden kann.

„Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in Kiel ist eine unserer größten Herausforderungen in den kommenden Jahren. Um sie zu meistern, müssen wir auch auf kreative Lösungsansätze zurückgreifen. Wir müssen der Landeshauptstadt weitere Instrumente verschaffen, um dem knappen Wohnraum wirksam begegnen zu können.“

- Marcel Schmidt, Fraktionsvorsitzender

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